Kindertagesstätte St. Stephan

Bechtenwaldstraße 94, 65931 Frankfurt am Main-Zeilsheim

Chronik unserer Kindertagesstätte

Mit dem Be­zug des al­ten Schul­ge­bäu­des ne­ben der Kir­che durch die Dern­ba­cher Schwes­tern im April 1911 be­gann auch der Be­trieb des Kin­der­gar­tens un­se­rer Kir­chen­ge­mein­de (da­mals „Be­wahr­schu­le”). Schon 1912 wur­den hier 80 Kin­der be­treut. Im Jahr 1913 wur­de, da es nicht ge­nü­gend Platz für die viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben der Schwes­tern gab, ein neu­es Ge­bäu­de in der Saal­fel­der Stra­ße er­rich­tet. In der „Be­wahr­schu­le” fan­den nun 100 Kin­der Be­treu­ung und Be­schäf­ti­gungs­angebote.

Im Jahr 1942 wur­de die „Be­wahr­schu­le” von den Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­ten über­nom­men und bis zur vor­über­ge­hen­den Schlie­ßung im Jahr 1944 wei­ter­ge­führt; je­doch wur­de sie schon 1945 wie­der neu un­ter der Lei­tung der Schwes­tern er­öff­net. Im Jahr 1954 wur­de die Idee ei­ner Er­wei­te­rung des Kin­der­gar­tens um­ge­setzt. Da sich Zeils­heim bau­lich stark ver­grö­ßert hat­te, und ei­ne neue Sied­lung mit vor­wie­gend jun­gen Fa­mi­li­en mit Kin­dern ent­stand, ka­men El­tern und Kin­der­gar­ten­lei­tung über­ein, dass die Kin­der von zwei Be­treu­er­in­nen auf hal­bem Weg in der Bech­ten­wald­stra­ße ab­ge­holt und um 12:00 Uhr wie­der heim­ge­bracht wurden.

Ab Juni 1955 ge­währ­te die Stadt Frank­furt für je­des Kind ei­nen Zu­schuss. Durch die Be­rufs­tä­tig­keit vie­ler El­tern wur­de nun ei­ne ganz­tä­gi­ge Be­treu­ung nö­tig. Die Kin­der er­hiel­ten ein Mit­tag­es­sen und hat­ten die Mög­lich­keit zu ei­nem Mit­tags­schlaf. 1968 trat für die Mit­ar­bei­ter­in­nen die Ar­beits­Ver­trags­Ord­nung (AVO) in Kraft. Von 1971 bis 1974 wur­de die Mit­tags­ver­sor­gung ein­ge­stellt. Im Jahr 1973 ging die Lei­tung in welt­li­che Hän­de über, da die Schwes­tern sich nun aus dem Kin­der­gar­ten­be­trieb zu­rück­zo­gen. 1975 er­hielt der Kin­der­gar­ten sein ei­ge­nes Te­le­fon. Ab 1978 wur­de der Be­darf für ei­ne Be­treu­ung von Schul­kin­dern so groß, dass ei­ne Hort­grup­pe ein­ge­rich­tet wur­de; die­se wur­de je­doch man­gels Be­darf im Jah­re 1992 wie­der ge­schlos­sen. Am 16. Ok­to­ber 1979 wur­de der ers­te El­tern­bei­rat des Kin­der­gar­tens ge­wählt. In die­sem Jahr er­hielt die Ein­rich­tung auch zum ers­ten Mal ei­nen Zu­schuss für Kin­der­gär­ten mit ho­hem Aus­län­der­anteil.

Der Kin­der­gar­ten St. Ste­phan, ei­ne drei­grup­pi­ge Ein­rich­tung mit 75 Kin­dern im Al­ter von drei bis sechs Jah­ren, wur­de 1962 ein­ge­weiht und erst­mals be­zo­gen. Er wur­de an­fangs eben­falls von den Dern­ba­cher Schwes­tern ge­lei­tet. Dies än­der­te sich je­doch bald und ei­ne welt­li­che Lei­tung wur­de ein­ge­stellt. Im Jahr 1977 wur­de aus dem Kin­der­gar­ten ei­ne Kin­der­ta­ges­stät­te mit Mit­tag­es­sen und Schlaf­mög­lich­keit. Am 23. Mai 1987 fei­er­te die Kin­der­ta­ges­stät­te St. Ste­phan ihr 25-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um. Nach den Som­mer­fe­ri­en 1993 zog die Ein­rich­tung we­gen Um­bau­ar­bei­ten in die Räu­me des Pfarr­bü­ros in der Saal­fel­der Stra­ße 11. Das Pfarr­bü­ro wich in Räu­me des Pfarr­ge­mein­de­zen­trums aus.

Im Au­gust 1994 wur­de vom Ver­wal­tungs­rat der Kir­chen­ge­mein­de die Zu­sam­men­le­gung der bei­den kat­ho­li­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten St. Ste­phan und St. Bart­ho­lo­mä­us ab dem 1. Ja­nu­ar 1995 be­schlos­sen. So wur­de aus bei­den Ein­rich­tun­gen die „Kin­der­ta­ges­stät­te der kat­ho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Zeils­heim”. Die Kin­der­ta­ges­stät­te St. Bart­ho­lo­mä­us soll­te in den nächs­ten drei Jah­ren neu ge­baut wer­den. Bis zur Fer­tig­stel­lung von St. Ste­phan blie­ben bei­de Ein­rich­tun­gen in den Räu­men Saal­fel­der Stra­ße 11 und 24.

Im Ok­to­ber 1994 fand ei­ne ge­mein­sa­me Klau­sur­ta­gung des Teams mit dem Pfar­rer und dem vom Ver­wal­tungs­rat de­le­gier­ten KiTa-Be­auf­trag­ten zum The­ma „Zu­sam­men­le­gung” statt. Die vom Lan­des­ju­gend­amt aus­ge­stell­te Be­triebs­er­laub­nis für 100 Kin­der mit Mit­tags­ver­sor­gung war auf drei Jah­re be­fris­tet. Bis da­hin soll­te die neue Kin­der­ta­ges­stät­te St. Bart­ho­lo­mä­us fer­tig sein.

Im Mai 1995 zo­gen Al­le in die um­ge­bau­ten Räu­me nach St. Ste­phan. Ei­ne gro­ße Ein­wei­hungs­fei­er mit Stadt­de­kan Klaus Greef und der Ge­mein­de fand an Chris­ti Him­mel­fahrt statt. Doch war die Freu­de nicht von lan­ger Dau­er. Ganz über­ra­schend schloss das Höchs­ter Bau­amt im Sep­tem­ber 1995 die kom­plet­te Ein­rich­tung we­gen Bau­feh­lern der be­auf­trag­ten Ar­chi­tek­ten. Die­se Zeit nutz­te das Team für die Er­ar­bei­tung ei­ner Kon­zep­ti­on. Nach ei­ner Wo­che konn­ten die Räum­lich­kei­ten im Erd­ge­schoss wie­der be­zo­gen wer­den. Fünf Grup­pen wur­den in drei Räu­men, Mehr­zweck­raum und Per­so­nal­zim­mer, et­was be­engt un­ter­ge­bracht. Die un­te­ren Räu­me wur­den noch mit Not­aus­gangs­tü­ren ver­se­hen. Ab Ja­nu­ar 1996 konn­ten nun auch die­se Räu­me wie­der ge­nutzt wer­den. Die Vor­schul­grup­pe konn­te be­gin­nen, und die un­ter fünf­jäh­ri­gen hat­ten mitt­wochs die Mög­lich­keit bei ei­nem of­fe­nen Grup­pen­an­ge­bot ei­ni­ge Ar­beits­grup­pen zu nutzen.

Ab Au­gust 1996 fiel das An­ge­bot des Mit­tags­schla­fens weg, da kei­ne jün­ge­ren Ganz­tags­kin­der da wa­ren. Im März 1997 ver­kün­de­te die Stadt Frank­furt das fi­nan­zi­el­le Aus für das KiTa-Pro­jekt „Saal­fel­der Stra­ße 24”. Die be­fris­te­te Be­triebs­er­laub­nis wur­de in ei­ne un­be­fris­te­te um­ge­wan­delt. Ab Som­mer 1997 gab es bei uns Halb­tags­plät­ze mit Mit­tag­es­sen bis 13:00 Uhr. Im Ja­nu­ar 1998 wur­den die­se Plät­ze auf Grund von Er­fah­run­gen in 2/3-Plät­ze bis 14:00 Uhr um­ge­wan­delt. Kin­der, die noch nicht ganz drei Jah­re alt wa­ren, fan­den erst­ma­lig im Som­mer 1998 bei uns Aufnahme.

Im Jahr 2000 be­gann das Team, die vor­han­de­ne Kon­zep­ti­on zu über­ar­bei­ten und zu ak­tu­a­li­sie­ren. Bald stell­te sich her­aus, dass durch die Ver­än­de­run­gen in den Le­bens­si­tu­a­ti­o­nen der Kin­der und El­tern und durch die Ein­stel­lung von drei neu­en Er­zie­her­in­nen ei­ne ganz neue Kon­zep­ti­on ent­ste­hen würde.

Im Som­mer 2003 wur­de den Kin­dern die Mög­lich­keit ge­ge­ben, sich zu ei­ner be­stimm­ten Zeit des Ta­ges auch in an­de­re Grup­pen­räu­me zu be­ge­ben und dort mit an­de­ren Kin­dern und Er­zie­her­in­nen Kon­takt auf­zu­neh­men. Ab die­sem Zeit­punkt wur­de mit den Kin­dern ge­plant, wie die Um­räum­pha­se zur of­fe­nen Ar­beit ge­stal­tet wer­den kann. Im De­zem­ber 2003 und Ja­nu­ar 2004 räum­ten Kin­der, El­tern und Er­zie­her­in­nen das gan­ze Haus um, so dass jetzt in je­dem Raum der uns zur Ver­fü­gung steht, ei­ne an­de­re Funk­ti­on ih­ren Platz fin­det. Die Kin­der kön­nen sich ihr Be­tä­ti­gungs­feld selbst aus­su­chen und so­mit ih­ren Ta­ges­ab­lauf ein gro­ßes Stück selbst be­stimmen.

Von Som­mer bis Herbst 2006 wur­de der über­wie­gen­de Teil des gro­ßen Au­ßen­ge­län­des um­ge­baut. Die Ar­bei­ten wur­den in ei­nem 2. Bau­ab­schnitt im Früh­som­mer 2007 voll­en­det. So ent­stand ein Na­tur­spiel­platz mit viel Licht und Schat­ten und die Phan­ta­sie an­re­gen­den Spiel­mög­lich­keiten.

Durch die ste­tig wach­sen­den Kin­der­zah­len in Frank­furt gab es seit 2005 in den meis­ten Stadt­tei­len ei­ne mehr oder we­ni­ger gro­ße Un­ter­ver­sor­gung der Kin­der mit Rechts­an­spruch. In Zeils­heim be­traf dies 40 Kin­der und Ih­re Fa­mi­li­en. Dar­auf re­a­gier­te die kat­ho­li­sche Kir­chen­ge­mein­de St. Bart­ho­lo­mä­us mit der Er­wei­te­rung von 105 auf 126 Plät­ze in ih­rer Kin­der­ta­ges­stät­te St. Ste­phan. Dies und die neue Stel­len­be­rech­nung der Stadt Frank­furt sorg­ten da­für, dass nun 17 pä­da­go­gi­sche Fach­kräf­te für die Kin­der­an­zahl zu­stän­dig wa­ren und ein wei­te­rer Um­bau not­wen­dig wurde. Da das Bis­tum Lim­burg, nach der De­vi­se „Spa­ren und Er­neu­ern”, Fi­li­al­kir­chen wie St. Ste­phan schlie­ßen bzw. nicht mehr be­zu­schus­sen woll­te, war der an die Kin­der­ta­ges­stät­te an­ge­bau­te Kir­chen­raum in sei­ner ur­sprüng­li­chen Funk­ti­on von der Kir­chen­ge­mein­de nicht mehr zu un­ter­halten.

So­mit stan­den der Kir­chen­raum, die ehe­ma­li­ge Sa­kris­tei und die Ge­mein­de­kü­che dem Um­bau­ge­dan­ken zur frei­en Ver­fü­gung. Hier ent­stan­den in den nächs­ten Jah­ren ei­ne Be­we­gungs­bau­stel­le, ein Kin­der­res­tau­rant, ein neu­es Bü­ro mit drei Ar­beits­plät­zen und ei­ne Kü­che mit ge­trenn­tem Koch- und Spül­be­reich. Die Schaf­fung ei­ner Se­kre­tär­in­nen­stel­le in un­se­rer Kin­der­ta­ges­stät­te An­fang des Jah­res 2009 war für das Bis­tum ein reif­lich zu be­den­ken­der Prä­ze­denz­fall und schlug ho­he Wellen.

Die Lei­tungs­kräf­te Frau Rohr und Frau Schmäh­ling neh­men re­gel­mä­ßig an Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men der Fir­ma Kai­ros teil. Die­se Kur­se wer­den auf Wunsch des Bi­schofs zur Qua­li­fi­ka­ti­on der Füh­rungs­kräf­te in kath. Ein­rich­tun­gen im Bis­tum Lim­burg an­ge­bo­ten. Aus pä­da­go­gi­scher Sicht ha­ben ei­ni­ge Pro­gram­me und Pro­jek­te ih­ren fes­ten Platz in der Ein­rich­tung ge­fun­den, z.B. „Faust­los” ein Ge­walt­prä­ven­ti­ons­pro­gramm, „Wort­stark” ein Pro­jekt zur Sprach­ent­wick­lung, Bil­dungs- und Lern­ge­schich­ten, Port­fo­lio­ar­beit und der be­son­de­re För­der­auf­trag (BeFö) für Kin­der­ta­ges­stät­ten mit be­son­de­ren Ein­zugs­gebieten.

Heu­te fin­den 126 Kin­der und ih­re Fa­mi­li­en in der KiTa St. Ste­phan ei­nen Platz für Bil­dung, Er­zie­hung und Be­treu­ung. Al­le Kin­der des Stadt­tei­les sind mit ih­ren Fa­mi­li­en bei uns will­kom­men. Wir ste­hen für ei­ne ganz­heit­li­che Er­zie­hung nach den christ­li­chen Grund­wer­ten un­ter Ein­be­zie­hung des hes­si­schen Bil­dungs- und Er­zie­hungs­pla­nes. Des­halb ar­bei­ten wir of­fen in Funk­ti­ons­räu­men an­ge­lehnt am Si­tu­a­ti­ons­an­satz. Un­se­re Zu­sam­men­ar­beit mit der Kir­chen­ge­mein­de fin­det auf un­ter­schied­li­chen Ebe­nen so­wie in ver­schie­de­nen Gre­mi­en statt und geht weit über die Ge­mein­de­gren­zen hin­aus. Wir füh­len uns als ein Teil der Kir­chen­ge­mein­de, wo vie­le, be­son­ders auch Ar­me und Aus­ge­grenz­te in un­mit­tel­ba­ren Kon­takt mit Kir­che und Glau­ben kom­men können.